Die Vorstellung, dass eine narzisstische Person eine Therapie beginnt, kann erstmal super klingen und viele Hoffnungen wecken. Doch es ist wichtig, die potenziellen Risiken und Grenzen zu verstehen, um die Erwartungen realistisch zu halten. Dieser Artikel soll als Warnung dienen und dabei helfen, mögliche Entwicklungen besser einzuordnen.
Therapie weckt oft falsche Hoffnungen
Der Gedanke, dass eine narzisstische Person zur Therapie geht, klingt erstmal vielversprechend. Doch die Realität sieht oft anders aus. Die Wahrscheinlichkeit einer tiefgreifenden oder nachhaltigen Veränderung ist sehr gering. Warum? Es mangelt häufig an Selbstreflexion, Verantwortungsbewusstsein und der Bereitschaft, sich ihrer eigenen Scham zu stellen. Diese Faktoren sind jedoch entscheidend, um echte Veränderungen zu bewirken.
Der „Gummiband-Effekt“
Selbst wenn die Therapie kleine Veränderungen bewirkt, besteht die Gefahr, dass narzisstische Personen nach Beendigung der Sitzungen wieder in alte Verhaltensmuster zurückfallen. Dieser sogenannte „Gummiband-Effekt“ (engl. „Rubber Band Effect“) zeigt, wie stark tief verwurzelte Persönlichkeitsmerkmale und Impulse das Verhalten prägen.
Manipulation durch „Mein:e Therapeut:in hat gesagt“
Ein häufiger Mechanismus ist der Missbrauch von Aussagen wie „Mein:e Therapeut:in hat gesagt“. Narzisstische Menschen verwenden solche Phrasen oft, um andere zu manipulieren, zu gaslighten oder ihnen die Schuld zuzuschieben. Dabei werden die Aussagen der Therapeut:in nicht selten verfälscht oder sogar erfunden.
Anwendung von Therapiesprache
Nach einer Therapie übernehmen narzisstische Personen häufig Begriffe und Konzepte aus der Therapiewelt. Dies geschieht jedoch nicht immer, um sich selbst oder andere zu fördern. Vielmehr präsentieren sie sich oft selbstgerecht oder herablassend als emotional weiterentwickelt. Damit lenken sie geschickt von ihrem eigenen Verhalten ab.
Therapie als Wettbewerb
Therapie kann von narzisstischen Personen als eine Art Wettbewerb betrachtet werden. Sie prahlen beispielsweise mit den Qualifikationen ihres Therapeuten oder behaupten, emotional weiter zu sein als andere. Dies dient weniger dem eigenen Wachstum, sondern der Selbstinszenierung.
Hohe Abbruchrate
Viele narzisstische Menschen betrachten Therapie als eine schnelle Lösung oder Transaktion. Nach ein paar Sitzungen, in denen sie „Dampf abgelassen“ haben, erklären sie sich oft als „geheilt“ und brechen die Therapie ab. Diese Haltung zeigt, dass die tieferen Probleme nicht bearbeitet werden.
Stärkung des Opfer-Narrativs
Ein weiterer unerwünschter Nebeneffekt kann die Stärkung ihrer Opfermentalität sein. In der Therapie entwickeln sie oft Geschichten, in denen andere stets die Schuld tragen. Diese Narrative verstärken ihr Anspruchsdenken und verhindern, dass sie Verantwortung für ihr eigenes Verhalten übernehmen.
Fehlinterpretation der Therapeut:innen
Es ist davon auszugehen, dass narzisstische Personen häufig Aussagen ihrer Therapeut:innen verdrehen oder erfinden, um ihre Meinungen und Handlungen zu rechtfertigen. Dies sorgt nicht nur für Verwirrung im Umfeld, sondern kann auch gezielt zur Manipulation genutzt werden.
Kaum echte Veränderung
Während in der Therapie minimale Veränderungen auftreten können, überwiegen meist tief verwurzelte Verhaltensmuster. Diese verhindern langfristige Verbesserungen, da Impulsivität und Persönlichkeitsmerkmale die Oberhand behalten.
Der „therapierte Narzisst“ als Risiko
Das klingt vielleicht erstmal absurd, aber eine narzisstische Person in Therapie kann sogar ein Risiko darstellen und den Missbrauch verschlimmern. Denn nicht selten kehren narzisstische Personen nach der Therapie mit noch mehr Selbstgerechtigkeit, Manipulationsfähigkeit und Überheblichkeit zurück. Die Therapie wird dann als Vorwand genutzt, um das eigene Verhalten zu rechtfertigen und andere noch tiefer zu verletzen.
Abschließende Gedanken
Die Tatsache, dass eine narzisstische Person zur Therapie geht, sollte nicht automatisch als Hoffnungsschimmer betrachtet werden. Es ist wichtig, die genannten Risiken und Dynamiken zu verstehen, um sich selbst zu schützen und realistische Erwartungen zu haben. Therapie kann hilfreich sein – aber nur, wenn die Bereitschaft zur echten Veränderung vorhanden ist. Ohne diese Bereitschaft bleibt sie oft wirkungslos oder wird sogar zum Werkzeug für weitere Manipulation.
Hast du Erfahrungen mit narzisstischen Personen in Therapie gemacht? Teile sie gerne in den Kommentaren und lass uns darüber sprechen.
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