3 seltsame Dinge, die fast alle Narzisst:innen machen

3 seltsame Dinge, die fast alle Narzisst:innen machen

Wer in einer Beziehung mit einer narzisstischen Person steckt oder eine solche Erfahrung hinter sich hat, weiß: Vieles fühlt sich seltsam, verwirrend und zutiefst verletzend an. Oft sind es gar nicht die großen Ausbrüche, sondern die kleinen, alltäglichen Verhaltensweisen, die Betroffene verunsichern und emotional schwächen.

Drei davon tauchen in fast allen Geschichten immer wieder auf. Sie wirken auf den ersten Blick banal, doch sie sind Teil eines größeren Musters – und genau deshalb so wichtig zu verstehen.


1. Sie ruinieren besondere Tage

Geburtstage, Feiertage oder wichtige Events – Momente, die eigentlich Freude und Verbundenheit bringen sollten – werden von narzisstischen Personen oft zerstört.

Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen: Manche tauchen plötzlich mit schlechter Laune auf und sorgen für Streit, andere erscheinen gar nicht erst, oder sie setzen abwertende Bemerkungen, die deine Stimmung ruinieren.

Ein typisches Beispiel: Am Morgen deines Geburtstages hoffst du auf ein liebevolles Wort oder eine kleine Aufmerksamkeit. Stattdessen macht dein Partner eine spitze Bemerkung über dein Aussehen oder verhält sich auffällig distanziert. Später am Tag, wenn du versuchst, dich trotzdem zu freuen, kommt es zu einem Streit – und plötzlich geht es nicht mehr um dich, sondern um sie oder ihn.

Dieses Verhalten hat System. Narzisstische Personen ertragen es schlecht, wenn sie nicht im Mittelpunkt stehen. Ein Tag, an dem es um dich geht, bedroht ihr Gefühl von Kontrolle. Deshalb sorgen sie – bewusst oder unbewusst – dafür, dass die Aufmerksamkeit zurück auf sie fällt.


2. Sie antworten nicht auf einfache Fragen

Stell dir vor, du fragst: „Wann kommst du nach Hause?“ oder „Magst du Kaffee oder Tee?“ Anstatt einfach zu antworten, bekommst du ein Ausweichen, ein Themawechsel oder Schweigen.

Dieses Muster wirkt zunächst harmlos, doch es hat eine klare Funktion: Verwirrung stiften. Wenn du keine klare Antwort bekommst, bleibst du unsicher. Du fragst dich: „Habe ich etwas falsch gefragt? Bin ich lästig?“ Genau dadurch entsteht ein Machtgefälle.

Ein Beispiel: Du fragst am Freitagabend, ob ihr gemeinsam etwas unternehmen wollt. Die Antwort ist Schweigen oder ein vages „Mal sehen“. Am Ende sitzt du das Wochenende über in Erwartung und Unsicherheit, während die andere Person über deine Stimmung und Pläne bestimmt – einfach, indem sie dich im Unklaren lässt.

So üben narzisstische Personen Kontrolle aus, ohne offen aggressiv zu wirken. Es ist eine subtile Form der Machtausübung, die dich mit der Zeit mürbe macht.


3. Sie laufen vor dir

Auf den ersten Blick scheint es ein banales Detail: Ihr geht zusammen eine Straße entlang, doch er oder sie läuft immer ein paar Schritte vor dir. Kein kurzer Blick zurück, kein Anpassen des Tempos.

Für viele Betroffene ist das ein kleines, aber schmerzhaftes Signal. Es fühlt sich an, als würdest du nicht wichtig genommen oder gar „zurückgelassen“. Und genau darum geht es: Es ist ein nonverbales Zeichen von Überlegenheit.

Das Verhalten sagt: „Ich bestimme das Tempo. Ich bin vor dir. Ich bin wichtiger.“ Manche Betroffene berichten, dass dieses Muster immer wieder auftaucht – ob beim Einkaufen, im Urlaub oder beim Spaziergang. Es ist kein Zufall, sondern ein Ausdruck von Dominanz.


Fazit

Diese drei Verhaltensweisen wirken für Außenstehende oft klein oder nebensächlich. Doch in der Summe haben sie enorme Wirkung: Sie sorgen dafür, dass du dich klein, unsicher und nicht wichtig fühlst.

Wichtig ist, diese Muster zu erkennen. Es handelt sich nicht um „schlechte Laune“ oder zufällige Macken, sondern um wiederkehrende Strategien, die auf Kontrolle und Verunsicherung abzielen. Wenn du beginnst, solche Verhaltensweisen als Teil eines größeren Systems zu sehen, verlierst du ein Stück der Selbstzweifel, die dich bislang vielleicht begleitet haben.

Heilung beginnt immer mit Klarheit – und damit, dass du erkennst, was wirklich hinter diesen „seltsamen Dingen“ steckt.


Dein nächster Schritt

Wenn du merkst, dass dich diese Verhaltensweisen belasten oder du dich darin wiedererkennst, bist du damit nicht allein. Viele Betroffene kämpfen genau mit dieser Unsicherheit, dem ständigen Grübeln und dem Gefühl, immer wieder aus dem Gleichgewicht gebracht zu werden.

Um dich dabei zu unterstützen, habe ich den Erste-Hilfe-Kasten nach toxischer Beziehung entwickelt. Er gibt dir nicht nur Erklärungen, sondern vor allem praktische Werkzeuge, mit denen du akute Situationen besser verstehst und Schritt für Schritt wieder zu dir selbst zurückfindest.

Du musst diesen Weg nicht alleine gehen – der Erste-Hilfe-Kasten ist ein sicherer Startpunkt, um das Chaos zu ordnen, deine Gefühle ernst zu nehmen und wieder innere Stabilität aufzubauen.


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