Angst, dass der Narzisst seine nächste Partnerin besser behandelt?

Angst, dass der Narzisst seine nächste Partnerin besser behandelt?

Eine der häufigsten und schmerzhaftesten Sorgen nach einer Trennung von einer narzisstischen Person ist die Angst: „Was, wenn er oder sie die nächste Partnerin endlich so behandelt, wie ich es mir immer gewünscht habe?“

Diese Frage nagt an vielen Betroffenen und hält sie in Selbstzweifeln gefangen. Die Vorstellung, dass der Narzisst sich „geändert“ hat und ausgerechnet mit der nächsten Person die „perfekte Beziehung“ führt, kann sich wie ein weiterer Schlag ins Gesicht anfühlen.

Doch die Wahrheit ist: Diese Angst basiert auf einer Illusion.


Warum sich Narzissmus nicht plötzlich „auflöst“

Narzissmus ist ein Persönlichkeitsstil. Die Forschung zeigt, dass sich rund 85 Prozent der Persönlichkeitsmerkmale ohne intensive, langjährige Therapie nicht verändern. Das bedeutet: Die tiefsitzenden Muster – Verletzungen, Abwehrmechanismen und fehlende emotionale Reife – verschwinden nicht einfach von heute auf morgen.

Eine neue Beziehung kann diese Muster nicht „heilen“. Sie können höchstens vorübergehend überdeckt werden.


Die Illusion der „besseren Behandlung“

Von außen kann es so wirken, als wäre alles anders: Der Narzisst zeigt Zuneigung, schenkt Aufmerksamkeit, macht Versprechungen. Vielleicht postet er sogar glückliche Fotos oder betont öffentlich, wie besonders die neue Partnerin sei.

Doch das ist keine echte Veränderung – es ist Teil desselben Zyklus, den auch du erlebt hast. Die anfängliche Idealisierung ist nichts anderes als die Honeymoon-Phase.

Die Realität sieht so aus: In den ersten drei bis sechs Monaten überdecken Begeisterung, Verliebtheit und Projektionen die ungesunden Muster. Danach treten die gleichen Dynamiken auf wie zuvor: Abwertung, Kontrolle, Manipulation und emotionale Kälte.


Das wahre Indiz für 0 Prozent Veränderung

Der schnellste Weg in eine neue Beziehung nach einer Trennung ist kein Zeichen von Wachstum – es ist das Gegenteil. Es zeigt, dass die Person keinerlei innere Arbeit geleistet hat. Anstatt Verantwortung zu übernehmen oder sich mit den eigenen Mustern auseinanderzusetzen, flüchtet sie in die nächste Bindung.

Das bedeutet: Nicht du warst „schuld“, nicht du warst „nicht genug“ – sondern das Muster bleibt bestehen, unabhängig davon, wer an ihrer Seite steht.


Warum die nächste Partnerin nichts „Besseres“ bekommt

Auch wenn es so aussieht, als würde die nächste Person „das Beste“ bekommen, ist die Wahrheit eine andere: Sie bekommt denselben Zyklus, den du erlebt hast.

Der Narzisst kann seine wahre Persönlichkeit nicht einfach ablegen. Früher oder später wird auch diese Partnerin mit den gleichen Manipulationen, Abwertungen und emotionalen Verletzungen konfrontiert.

Vielleicht dauert es ein paar Monate, vielleicht ein Jahr – aber das Muster ist stabil. Genau das macht narzisstische Beziehungen so toxisch.


Fazit

Die Angst, dass der Narzisst seine nächste Partnerin besser behandelt, ist verständlich. Doch sie ist nicht realistisch. Narzissmus ist kein kleiner Fehler, der sich durch die richtige Person in Luft auflöst. Es ist ein tief verankerter Persönlichkeitsstil, der ohne professionelle und langjährige Therapie unverändert bleibt.

Die Wahrheit ist: Die neue Beziehung ist kein Beweis für deine Unzulänglichkeit, sondern ein Indiz dafür, dass sich nichts verändert hat. Die nächste Partnerin wird früher oder später genau das erleben, was auch du erlebt hast.


Dein nächster Schritt

Wenn dich diese Angst quält, ist das ein Zeichen dafür, dass dein Nervensystem noch in den Kreisläufen dieser Beziehung gefangen ist. Um da herauszufinden, braucht es Klarheit, Stabilität und neue Perspektiven.

Genau dafür habe ich den Erste-Hilfe-Kasten nach toxischer Beziehung entwickelt. Er gibt dir nicht nur Hintergrundwissen, sondern auch konkrete Strategien und Werkzeuge, um diese Gedanken loszulassen, dich zu stabilisieren und wieder zurück in deine Kraft zu kommen.

Heilung bedeutet nicht, darauf zu warten, dass der Narzisst sich verändert – Heilung bedeutet, dich selbst wieder ins Zentrum zu stellen.

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